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Lehrveranstaltungen

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Tiere und Menschen in der Medizin. Eine Beziehungsgeschichte. WiSe 26/27

Beginn: 12.10.2026

Montags 16:30-18:30, Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Was haben MERS, SARS mit und ohne Covid, BSE, HIV, Zika und Ebola gemeinsam? Tiere spiel(t)en bei der Übertragung von Krankheitserregern eine überragende Rolle und mit der letzten Covid-Pandemie sind Tiere – hier Gürteltiere auf einem Markt in Wuhan – als Vektoren erneut in den Fokus gerückt.

Doch geht die Annahme fehl, die Rolle der Tiere in der Tier-Mensch-Beziehung alleine auf die als Zwischenwirte oder mögliche Überträger von Krankheiten zu reduzieren. Denn zugleich sind sie auch Teil der Lösung: Im Labor modellieren Tiere menschliche Krankheiten oder sie fungierten als „Wirt“ für die Herstellung von Seren und Impfstoffen (in der pharmazeutischen Industrie). Die Rolle der Tiere bei der Entstehung und Bekämpfung von Krankheiten sowie in der Medizin überhaupt wurde in der (Medizin-)Geschichte lange Zeit übersehen.

Das Seminar widmet sich der Geschichte von Tier-Mensch-Beziehungen in der Medizin bzw. in den Lebenswissenschaften. Das Seminar erkundet die Beziehung über mehrere Jahrhunderte und am Beispiel ausgewählter tierischer Akteure, die jeweils Aspekte der Tier-Mensch-Beziehungen abbilden. Nach einer allgemeinen Einführung widmet sich das Seminar den Beziehung von Mensch und Amoebe, Mücke, Kuh, Schwein, Pferd, Hund, Maus, Meerschweinchen, Affe und anderen tierischen Akteuren.

Wie interagieren Tier und Mensch in der Medizin und in den Lebenswissenschaften? Wie hat sich das Verhältnis von Tier und Mensch über Jahrhunderte verändert? Welche Rolle spielen Tiere in der Medizin? Warum interessieren wir uns für eine Beziehungsgeschichte von Tier und Mensch? Warum lässt uns das Leiden bestimmter Tiere relativ unberührt, während Versuche an anderen Tierarten große gesellschaftliche Proteste hervorrufen?

 

Weißer Kittel – Schmutzige Hände: Macht, Politik und Skandale in der Medizin im 20. Jh. WiSe26/27

Beginn 20.10.26

Dienstags, 16:00 – 18:00, Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Die Lehrveranstaltung widmet sich dem Spannungsverhältnis und der gegenseitigen Beeinflussung von Medizin und Politik im 20. Jahrhundert, allen voran im deutschsprachigen Raum, sowie exemplarisch auch außerhalb Europas. Der Bogen um den Themenkomplex soll hier möglichst weit gespannt werden, und so finden sich unter den zu behandelnden Themen etwa der grassierende Antisemitismus an österreichischen Hochschulen und die internationale Etablierung von „rassenkundlichen“ Fragestellungen in der Medizin vor dem Nationalsozialismus, die Nazifizierung und Entnazifizierung der Ärzteschaft, der Ausschluss marginalisierter Gruppen aus der Medizin (z.B. Frauen, Jüdinnen und Juden, Kolonisierte …) bis hin zu den Vertreibungen im NS, die Instrumentalisierung und der Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse, Machtkämpfe unter Ärzt:innen oder auch die Durchsetzung biopolitischer Maßnahmen wie der Impfpflicht

Sitzungen: 20.10.2026; 27.10.2026; 03.11.2026; 10.11.2026; 17.11.2016;24.11.2026; 01.12.2026; 15.12.2026; 22.12.2026; 12.01.2027.

Medizin im Nationalsozialismus (Vorbedingungen - Auswirkungen - Nachgeschichte). WiSe26/27

Beginn: 15.10.2026

Donnerstags, 16:15-18:15, Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Rassenhygiene und Eugenik: eine internationale Bewegung; Von der Eugenik zur „Erb- und Rassenpflege“ im öffentlichen Gesundheitswesen; Zwangssterilisationen, Eheverbote und andere biopolitische Maßnahmen; Die Gasmordaktion „T4“: medizinische Vernichtungspolitik; „Kindereuthanasie“: die Selektion behinderter Kinder; „Dezentrale Anstaltstötungen“ als lange vergessene Verbrechen des Nationalsozialismus; NS-Medizin und Holocaust; Entgrenzte Forschung: Menschenversuche in Konzentrationslagern; Krieg und Medizin; Der Nürnberger Ärzteprozess und die internationale Kodifizierung medizinischer Ethik; Der lange Schatten der NS-Medizin: verfehlte Entnazifizierung, Missachtung der Opfer

Die Geschichte des Arzt-Patienten-Verhältnisses. WiSe25/27.

Beginn: 14.10.2026

Mittwochs, 17:30-19:00, Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Die Erkenntnis, der zufolge ein positives Arzt-Patienten-Verhältnis essenziell für den Behandlungserfolg ist, erfährt sowohl in der medizinischen Forschung als auch in der Praxis eine zunehmende Relevanz. Untersuchungen zufolge korrelieren eine vertrauensvolle Beziehung und gelungene Kommunikation mit einem besseren therapeutischen Ergebnis, einer höheren Patientencompliance und gesteigerter Patientenzufriedenheit. In der Lehrveranstaltung wird aufgezeigt, dass die heutige Betonung der großen Bedeutung der Arzt-Patienten-Beziehung eine lange Vorgeschichte hat. Ursprünglich hing dies damit zusammen, dass das sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchsetzende naturwissenschaftliche Paradigma in der Medizin kritisch betrachtet wurde. Im Rahmen der sogenannten „Krise der Medizin“ in den 1920er Jahren kamen Schlagworte wie „therapeutischer Nihilismus“ oder „seelenlose Apparatemedizin“ auf. Am Höhepunkt der „Krise der Medizin“ sprach Erwin Liek von der großen Bedeutung „geistiger und seelischer Einflüsse“, aber auch davon, dass die Ausübung des ärztlichen Berufs in erster Linie die Ausübung einer „Kunst“ sei. Damit griff er die bereits von Immanuel Kant aufgeworfene Frage nach der Stellung der Medizin innerhalb der Wissenschaft auf. Kant betrachtete die Medizin als „Heilkunst“. Seitdem wird dieser Topos immer wieder aufgegriffen und bildet eine besonders bedeutende Facette innerhalb der Diskussion.

Kontroversen in der Bioethik - Die Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte der UNESCO. WiSe26/27.

Beginn: 06.10.26

Dienstags, 15:00-16:30, Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Das Seminar widmet sich den aktuellen Kontroversen in der Bioethik - wie zB Künstliche Intelligenz und Medizin; Gentechnik und Eingriffe in die Keimbahn; Pandemie und Impfpflicht; Reproduktionsmedizin und Autonomie der Frau sowie auch Suizidbeihilfe und Palliativmedizin sind Themen, die präsentiert und diskutiert werden.

Die Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte ist das erste weltweit gültige Dokument auf dem Gebiet der Bioethik. Sie wurde von der Internationalen Bioethikkommission der UNESCO erarbeitet und 2005 von der 33. Generalkonferenz angenommen. Sie behandelt in 27 Artikeln aktuelle Prinzipien der Bioethik und stellt damit ein von allen UNESCO Mitgliedsstaaten akzeptiertes Regelwerk dar. Besonders wichtig und länderübergreifend werden hier Grundsätze wie Menschenwürde und Menschenrechte, Selbstbestimmung und Verantwortung, Schutzbedürftigkeit des Menschen, Solidarität und Zusammenarbeit etc., behandelt.
Dieses Seminar wird ethische Kontroversen der Bioethik unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Fragestellungen diskutieren.

Die Lernziele der Allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte der UNESCO stellen eine erste Einführung in die Materie der Bioethik für Angehörige von Gesundheitsberufen und Medizinstudenten dar.

Anmeldung

Für die Anmeldung zur Teilnahme müssen Sie sich in Med.Campus als Studierende:r identifizieren.

Anmeldung per Mail an das Sekretariat: dagmar.salecic-reichhold@meduniwien.ac.at

Infos zur Lehrveranstaltung

Geschichte der Psychiatrie im 20. Jahrhundert. Von der Errichtung des Wiener „Narrenturms“ über die NS-„Euthanasie“ bis zur Psychiatriereform. WiSe26/27.

Beginn:  14.10.26.

Mittwochs, 13:30-15:30, HSZ der MedUni Wien (AHK), E07_KR10); erste Einheit am Otto-Wagner-Areal.

Das Seminar soll ein Verständnis für die Zusammenhänge zwischen historischen Ereignissen und Paradigmen und ihrer Verbindung mit aktuellen Diskursen und Entwicklungen in der Psychiatrie, der Medizin und der Gesellschaft fördern.

Einheiten

1    Besuch der historischen Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof 
2    Wiener Psychiatrie von der Aufklärung bis ins späte 19. Jahrhundert 
3    Irrenrechtsbewegung und Antipsychiatrie um 1900, Erster Weltkrieg 
4    Eugenik, Genetik, Biologismus Psychiatrie 
5    Spiegelgrund/Kinder- und Jugendpsychiatrie im Faschismus 
6    NS-„Euthanasie“ 
7    Nachgeschichte der NS-„Euthanasie“ 
8    Kinder- und Jugendpsychiatrie nach 1945 
9    Sterilisation während der NS-Zeit und nach 1945 im Vergleich
10  Psychiatriereform

Medizingeschichte für Diplomandinnen und Diplomanden. WiSe26/27.

Beginn: 12.10.26

Montags, 15:00-16:30, im Josephinum, Währinger Straße 25, Seminarraum, 2. Stock

Das Seminar richtet sich an Diplomandinnen und Diplomanden des Lehrveranstaltungsleiters in allen Stadien ihrer jeweiligen Arbeit und dient der Begleitung und Unterstützung bei der Durchführung.

Anmeldung

Für die Anmeldung zur Teilnahme müssen Sie sich in Med.Campus als Studierende*r identifizieren.

Anmerkung: nach Rücksprache mit Herrn Univ.-Prof. Dr. Herwig Czech unter: herwig.czech@meduniwien.ac.at

First do no harm - Ethik und Patientensicherheit in der Intensivmedizin. WiSe 26/27.

Beginn: 06.10.26

Dienstags, 15:00-16:30, Josephinum, Währinger Straße 25, 1090 Wien, Seminarraum 2. Stock

„First do no harm“ – dieses Prinzip steht maßgebend über jedem medizinischen Handeln. Die LV beschäftigt sich zu diesem Thema mit zwei wesentlichen Bereichen im Kontext der Intensivmedizin. 
 
•    Ethische Fragestellungen in der Intensivmedizin
o    Aufnahmekriterien an die Intensivstation
o    Intensivmedizin bei betagten kritisch Kranken
o    Therapielimitationen
o    Ressourceneinsatz
o    End of Life Decisions
o    Ethische Fragestellungen in der Covid-19 Pandemie 

•    Patientensicherheit in der Intensivmedizin
o    Prinzipien der Patientensicherheit
o    Risikomanagement
o    Menschliche Limitationen
o    Fehlererfassung
o    Spezielle Bereiche (z.B. Medikamentensicherheit)
o    Fehlerkultur und präventive Maßnahmen

Auseinandersetzung mit wichtigen ethischen Fragestellungen in der Intensivmedizin. Kenntnis der Prinzipien der Entscheidungsfindung im intensivmedizinischen Kontext.