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Lehrveranstaltungen

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"Grey's Anatomy" im "House of God" - Kritische Reflexionen zum Arztbild in populären Medien seit den 1930er Jahren SoSe26

Beginn: 11.3. 2026

Mittwoch 15:00 - 17:00, im Seminarraum des Josephinums, Währinger Strasse 25, 1090 Wien, 2. Stock

Das Seminar beschäftigt sich mit dem Arztbild in populären Medien, d. h. in Film, Fernsehen und in der populären Literatur. Die Bandbreite umfasst Filme wie „Robert Koch, der Bekämpfer des Todes“, Arztromane und Samuel Shems „House of God“ oder Serien wie „Emergency Room“.  In den populären Medien spiegelt sich der Blick der Öffentlichkeit auf den Arzt – die Ärztin erst ab den 1970er Jahren – im 20. Jahrhundert. Das Seminar erlaubt daher einen Blick darauf, wie die Gesellschaft Ärzte wahrnahm; aber auch, da zahlreiche Ärzte selbst Autoren waren, wie sie von der Gesellschaft wahrgenommen werden wollten. Zudem wird zu untersuchen sein, in welchem gesellschaftlichen und politischen Kontext die Medien entstanden sind, wie und inwieweit die Medien aufeinander bezogen waren und inwieweit gesellschaftliche Probleme in den Filmen, Serien und der Literatur verhandelt wurden und wie diese Medien wiederum in der Gesellschaft wahrgenommen wurden. Es wird danach gefragt, wie Ärzt:innen und ihre Tätigkeit in der Gesellschaft wahrgenommen wurden und werden und vor allem, wie sich dieser Blickwinkel im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert hat. Somit ist auch zu diskutieren, inwieweit sich über etwaige Veränderungen in der Wahrnehmung auch über eine Kultur- und Gesellschaftsgeschichte nachdenken lässt.

Einige Termine können ggf. auch im Block bzw. als Blocktermin stattfinden.

1. Sitzung:  Allgemeine Einführung in das Thema
2. Sitzung: Der „deutsche“ Arzt im „deutschen Film“ – Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939)
3. Sitzung: Der Arzt im Kampf der Systeme – Dr. Ehrlich’s Magic Bullet (1941)
4. Sitzung: Politische Instrumentalisierung im Nationalsozialismus – Ich klage an (1941)
5. Sitzung: Ärzte zwischen Schuld und Sühne – Der Verlorene (1951)
6. Sitzung: Ungebrochene Karrieren in vier politischen Systemen – Ferdinand Sauerbruch „Das war mein Leben“ (1954)
7. Sitzung: Schöne heile Welt – der Arzt im Arztroman der 1960er bis 1990er Jahre
8. Sitzung: Götter in weiß – Ein Chirurg erinnert sich (1972)
9. Sitzung: Ärzte hinter dem eisernen Vorhang – Das Krankenhaus am Rande der Stadt (1978-1981)
10. Sitzung: Götterdämmerung im House of God (1978)
11. Sitzung: Die andere Seite der Normalität – Ärzte und Irre (Goetz 1983, Hirntod 1985)
12. Sitzung: Diesseits von Jenseits des Emergency Rooms – Michael Crichton zwischen Coma (1978) und Emergency Room (1990er Jahre ff.)
13. Sitzung: Westdeutsche Idylle im Glottertal (Schwarzwaldklinik 1980er Jahre)
14. Sitzung: Kritische Reflexionen zum Arztbild in populären Medien seit den 1930er Jahren – Abschlussdiskussion

Medizin und Kolonialismus: Eine historische Weltreise SoSe 26

Beginn 10.3.2026

Dienstag, 16:00 – 18:00, im Seminarraum des Josephinums, Währinger Strasse 25, 1090 Wien, 2. Stock

Mit der Ausdehnung europäischer Imperien im 15. Jahrhundert begann das Zeitalter des Kolonialismus, das über mehr als ein halbes Jahrtausend den Verlauf der Geschichte beeinflusste. Dem europäischen Beispiel folgten aber auch andere Kolonialreiche, wie z.B. Japan. Sklavenhandel, Zwangsarbeit, gewaltvolle Landnahme und Herrschaftsansprüche haben die Lebensgewohnheiten von Menschen auf der ganzen Welt verändert und Hierarchien geschaffen, die zum Teil bis heute nachwirken. Auch die Medizin blieb von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Weltreiche dienten als Drehscheiben medizinischen Wissens und trugen sowohl zur Verbreitung westlicher Biomedizin als auch anderer Heilverfahren oder Arzneien aus unterschiedlichen Teilen der Welt bei. In der Lehrveranstaltung wird anhand von Beispielen aus der Weltgeschichte gezeigt, wie der Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen die Medizin beeinflusst hat, wie Kolonialmächte ihre Herrschaft durch Medizin ausgeübt haben und welche Widerstände es dagegen gab.

LV-Termine und Inhalte:

1. (10.03.) Vorbesprechung und Einführung in das Seminarthema
2. (17.03.) Die Vermessung des Menschen: Sklavenhandel und medizinische Wissenschaft
3. (24.03.) Karibische Experimente: Kreole Evidenz und Moderne
4. (14.04.) Österreichische Kolonialbestrebungen in der Anthropologie: Die Novara-Expedition 
5. (21.04.) Koloniale Medizinregime jenseits Europas: Japan in China und Korea
6. (28.04.) Die Entstehung der Tropenmedizin: Imperiale Antworten auf Koloniale Probleme
7. (05.05.) Hygiene als Magd der Zivilisation: Florence Nightingale und das indische Kolonialheer
8. (12.05.) Befremdlicher Arztbesuch: Französische Medizin in Algerien
9. (19.05.) Penicillin und Voodoo: Papa Doc in Haiti 
10.(02.06.)Westliche Medizin und östlicher Nationalismus: Die Dekolonialisierung Indonesiens

Vom Narrenturm Sigmund Freuds-200 Jahre Medizingeschichte in zehn Rundgängen So Se 26

Beginn: 11.3.2026

Mittwoch 15:00 - 17:00, im Seminarraum des Josephinums, Währinger Strasse 25, 1090 Wien, 2. Stock

Als Maria Theresia den Niederländer Gerard van Swieten 1745 als kaiserlichen Leibarzt an den Wiener Hof holte, legte die Monarchin den Grundstein für die Wiener Medizinische Schule. 100 Jahre später hatte diese Weltgeltung erlangt. Ausgehend vom Engagement van Swietens bietet die Lehrveranstaltung einen Überblick zur Geschichte der Wiener Medizin bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie behandelt die maßgeblichen Entdeckungen und Entwicklungen, widmet sich den wichtigsten Vertretern und Vertreterinnen, und setzt sich grundsätzlich mit den Bedingungen auseinander, unter denen Wien zu einem „Mekka“ der Medizin werden konnte. Die Einheiten der wöchentlich stattfindenden Lehrveranstaltung findet im Rahmen von Exkursionen statt, darunter Besuche im Medizinhistorischen Museum Wien (Josephinum), im Sigmund Freud Museum, in der Pathologisch-anatomischen Sammlung im Narrenturm sowie im Österreichischen Pharma- und Drogistenmuseum.

Biopolitik im Zeitalter der Aufklärung: Johann Peter Franks "System einer vollständigen medizinischen Polizey" SoSe26

Beginn: 11.3.2026

Mittwoch 17:15 - 18:45, im Seminarraum des Josephinums, Währinger Strasse 25, 1090 Wien, 2. Stock

Die Aufklärung ist die Epoche, in der Vernunft und Wissenschaft an die Stelle von Tradition und Glaube als Richtschnur des Denkens und Handelns traten und deren Ideen bis in die Gegenwart wesentlich nachwirken. Der Gebrauch der Vernunft galt als Schlüssel zu einem freien, menschenwürdigen und glücklichen Zusammenleben. Es ist aber auch die Zeit, in der die Bevölkerungswissenschaft an Bedeutung gewinnt und die „Biopolitik“ (Michel Foucault) zum Gegenstand politischen Handelns wird. In der öffentlichen Gesundheitspflege wurde die Medizin als Staatsarzneykunde und Medicinische Policey in einem größeren Zusammenhang gesehen. Es kam zur Etablierung des modernen Krankenhauses und zu grundlegenden Reformen des Gesundheitswesens, die sich im rationalen Umgang mit Geschlechtskrankheiten und unehelichen Kindern manifestierten. In diesem Semester stehen vor allem Johann Peter Franks (1745–1821) „System einer vollständigen medizinischen Polizey“ und Michel Foucaults Konzept der „Biopolitik“ im Mittelpunkt. Franks Werk stellt den Höhepunkt einer Entwicklung dar, in welcher der Gesundheitszustand der Bevölkerung als Instrument staatlicher Vernunft und als ökonomischer Faktor betrachtet wird. In den Unterrichtseinheiten werden unter anderem Passagen aus Franks epochalem Werk sowie Ausschnitte aus Foucaults „Geschichte der Gouvernementalität (Sicherheit, Territorium, Bevölkerung/Die Geburt der Biopolitik)” gelesen und diskutiert.

Kontroversen in der Bioethik - Die Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte der UNESCO - So Se 26

Das Seminar widmet sich den aktuellen Kontroversen in der Bioethik - wie zB Künstliche Intelligenz und Medizin; Gentechnik und Eingriffe in die Keimbahn; Pandemie und Impfpflicht; Reproduktionsmedizin und Autonomie der Frau sowie auch Suizidbeihilfe und Palliativmedizin sind Themen, die präsentiert und diskutiert werden.

Die Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte ist das erste weltweit gültige Dokument auf dem Gebiet der Bioethik. Sie wurde von der Internationalen Bioethikkommission der UNESCO erarbeitet und 2005 von der 33. Generalkonferenz angenommen. Sie behandelt in 27 Artikeln aktuelle Prinzipien der Bioethik und stellt damit ein von allen UNESCO Mitgliedsstaaten akzeptiertes Regelwerk dar. Besonders wichtig und länderübergreifend werden hier Grundsätze wie Menschenwürde und Menschenrechte, Selbstbestimmung und Verantwortung, Schutzbedürftigkeit des Menschen, Solidarität und Zusammenarbeit etc., behandelt.
Dieses Seminar wird ethische Kontroversen der Bioethik unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Fragestellungen diskutieren.

Die Lernziele der Allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte der UNESCO stellen eine erste Einführung in die Materie der Bioethik für Angehörige von Gesundheitsberufen und Medizinstudenten dar.

Anmeldung

Für die Anmeldung zur Teilnahme müssen Sie sich in Med.Campus als Studierende:r identifizieren.

Anmeldung per Mail an das Sekretariat: dagmar.salecic-reichhold@meduniwien.ac.at

Infos zur Lehrveranstaltung

Geschichte der Alternativmedizin - SoSe 26

Beginn:  05.3.2026

Donnerstag 15:30 - 17:30, im Seminarraum des Josephinums, Währinger Strasse 25, 1090 Wien, 2. Stock

Das Seminar widmet sich der historischen Entwicklung und gesellschaftlichen Bedeutung alternativmedizinischer Konzepte in ihrer gesamten Bandbreite. Im Zentrum steht die Frage, wie sich medizinische Deutungs- und Heilungspraktiken jenseits der akademischen Medizin herausgebildet haben und welche kulturellen, politischen und wissenschaftlichen Konfliktfelder sie prägten. 
Außerdem wird thematisiert, wie alternative Heilansätze oft in kritischer Distanz zur wissenschaftlich orientierten Medizin entstanden sind und sich als Gegenentwurf zu deren Fokus auf biomedizinische Diagnosen und Therapien positionierten. Viele Strömungen der Alternativmedizin betonen die vermeintliche Unzulänglichkeit der als „Schulmedizin“ abgewerteten wissenschaftlichen Medizin, nicht den gesamten Lebenszusammenhang des Menschen ausreichend zu berücksichtigen, sondern hauptsächlich spezifische Symptomatiken als Defizite zu behandeln.
Anhand ausgewählter Themen – von Vampirismus im Zeitalter der Aufklärung über Geisterglauben und Exorzismen, Homöopathie und Impfgegnerschaft im 19. Jahrhundert bis hin zu Anthroposophie, Lebensreform und rechtsesoterischen Strömungen, sowie der sogenannten Traditionellen Chinesischen Medizin – wird untersucht, wie sich Vorstellungen von Körper, Krankheit und Heilung wandelten. Dabei werden auch die Rolle der Alternativmedizin im Nationalsozialismus sowie ihre Entwicklungen in der österreichischen Wissenschaftslandschaft des 20. Jahrhunderts kritisch beleuchtet.

05.03.2026, Einheit 1 Einführung und Begriffsgeschichte („Schulmedizin“, „Alternativmedizin“ etc.)
                                  Vampirismus, Geisterglauben, Exorzismus und Aufklärung
19.03.2026, Einheit 2 Homöopathie
26.03.2026, Einheit 3 Wie traditionell ist Traditionelle Chinesische Medizin
16.04.2026, Einheit 4 Pocken und Politik: Impfungen und Impfgegnerschaft im 19. Jahrhundert 
23.04.2026, Einheit 5 Naturheilbewegung, Lebensreform und Zivilisationskritik 
30.04.2026, Einheit 6 Alternativmedizin in der österreichischen Wissenschaftslandschaft 
07.05.2026, Einheit 7 Anthroposophie
21.05.2026, Einheit 8 Rechtsesoterik und Antisemitismus 
25.06.2026, Einheit 9 Gibt es eine alternative Medizin?
02.07.2026, Einheit 10 Nationalsozialismus, Neue Deutsche Heilkunde

Medizingeschichte für Diplomandinnen und Diplomanden - SE 26

Das Seminar richtet sich an Diplomandinnen und Diplomanden des Lehrveranstaltungsleiters in allen Stadien ihrer jeweiligen Arbeit und dient der Begleitung und Unterstützung bei der Durchführung.

Anmeldung

Für die Anmeldung zur Teilnahme müssen Sie sich in Med.Campus als Studierende*r identifizieren.

Anmerkung: nach Rücksprache mit Herrn Univ.-Prof. Dr. Herwig Czech unter: herwig.czech@meduniwien.ac.at

First do no harm - Ethik und Patientensicherheit in der Intensivmedizin - SE 26

„First do no harm“ – dieses Prinzip steht maßgebend über jedem medizinischen Handeln. Die LV beschäftigt sich zu diesem Thema mit zwei wesentlichen Bereichen im Kontext der Intensivmedizin. 
 
•    Ethische Fragestellungen in der Intensivmedizin
o    Aufnahmekriterien an die Intensivstation
o    Intensivmedizin bei betagten kritisch Kranken
o    Therapielimitationen
o    Ressourceneinsatz
o    End of Life Decisions
o    Ethische Fragestellungen in der Covid-19 Pandemie 

•    Patientensicherheit in der Intensivmedizin
o    Prinzipien der Patientensicherheit
o    Risikomanagement
o    Menschliche Limitationen
o    Fehlererfassung
o    Spezielle Bereiche (z.B. Medikamentensicherheit)
o    Fehlerkultur und präventive Maßnahmen

Auseinandersetzung mit wichtigen ethischen Fragestellungen in der Intensivmedizin. Kenntnis der Prinzipien der Entscheidungsfindung im intensivmedizinischen Kontext.